Fotoprojekt

NEVER-ENDING LOCKDOWN


Seit März 2020 befindet sich Deutschland und fast die ganze Welt in einem Ausnahmezustand. Auf den ersten Lockdown folgen immer weitere und härtere Maßnahmen, die so gut wie alle Menschen betreffen.

 

Während noch am Anfang praktisch jeder Verständnis für die neuen Regeln hatte, ist die Stimmung im Land nun gekippt. Nach fast einem Jahr ohne Kunst und Kultur, ohne Veranstaltungen und gewohnte Freizeitaktivitäten, ist die Bevölkerung müde geworden.

 

An jeder Ecke hört man Diskussionen über die eingeschränkte Kindheit und die weitere ungewisse Entwicklung der Kinder. Es gibt Gruppen, z.B. "Eltern stehen auf", "Anwälte für Aufklärung", "Ärzte für Aufklärung" und viele mehr, die sich mit den Themen beschäftigen.

Es wird viel über die alten Menschen berichtet, die in den Pflegeheimen vereinsamen. Es wird viel über die Unternehmer, den Mittelstand und die Soloselbständigen geschrieben, die um die Existenz kämpfen. 

 

Es gibt jedoch eine Generation, über die nichts gesagt wird. Es ist fast ein Tabu-Thema.

Die jungen Menschen. Sie sind die Vergessenen.

Sie sind die, die alle Maßnahmen stillschweigend mitmachen müssen. Sie dürfen sich nicht äußern. Sie dürfen sich nicht Partys wünschen, wie egoistisch. Dabei ist es doch viel mehr als nur eine Party. Es sind die Freunde, die man vermisst. Die Schule und die Zeit direkt nach der Schule. Die Projekte, die Klassenfahrten und die Ausflüge. Die Bildungsmessen und die Besichtigungen. Die Veranstaltungen, die Sommerfeste und die Schulaufführungen. Die sportlichen Aktionen, die Hobbys in den Vereinen und die Geburtstage. Ja, die Geburtstage sind wichtig. Den 18. Geburtstag gibt es nur einmal im Leben.

 

Jeder Erwachsene kann sich die Frage selbst beantworten - was habe ich erlebt, als ich 16 Jahre alt war? Wie war die Zeit meiner Jugend?

 

Dafür habe ich dieses Projekt gestartet.

 

Jeden Tag gibt es ein Bild von einem jungen Menschen mit seinen Gefühlen und Gedanken.

Jeden Tag gibt es ein Foto mit einer neuen Botschaft an die Welt da draußen, außerhalb der eigenen vier Wänden.

 

Seht hin! Wer steht hinter dem Fenster?


Michelle, 16, "Ich will raus."


Noemi, 16, "Wovon sollen wir noch träumen? Woran können wir noch glauben? Wo führt das hin? Was kommt und bleibt?"


Marlene, 16, "Offline is the new luxury."


Heidi, 17, "It´s been a long long time."


Lilly, 17, "Wish we could turn back time to the good old days."


Marcelo, 17, "Gefangen... Lasst mich raus."


Larissa, 17, "Proud supporter of messy hair and cuddly blankets."


Josi, 16, "Help me out ´cause I don´t wanna do this or rather can´t do this on my own."


Julia, 16, "reading is dreaming with open eyes"


Hanna, 16, "I wanna dance with somebody".


Simon, 16, "Ich habe es satt."


Franzi, 17, "In these times, when everything seems to fall apart, music has the power to connect people, it keeps as together."


Melanie, 12, "No freedom, no future!"


Cathi, 17, "Irgendwann wird´s schon wieder besser."


Enrico, 14, "Always be happy so that you don´t get sad in these times."


Benja, 17, "After the rain comes the sun."


Lola, 17, "Grün steht für Hoffnung."